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04 Dezember 2016

Spielerische Lyrik und Prosa: Constanze Johns Erzählwerk Blaue Zimmer (Marcel Zischg)

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Spielerische Lyrik und Prosa: Constanze Johns Erzählwerk Blaue Zimmer  (Marcel Zischg)

„Man sieht es ihnen gar nicht an“, heißt es von Passanten über zwei junge hübsche Mädchen, die mit einer Apfelsine Schlagballwerfen. Constanze Johns Geschichten beginnen in alltäglichen, geordneten Situationen, die schließlich mit fantastischen Bildern ‚kollidieren‘ – die Poesie lebt im Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlicher Wirklichkeit und fantastischem Spiel. Das surreale Spiel in der Wirklichkeit lässt Zwischenraum. Der Regenschirm wird zum liebsten Begleiter einer reisenden Frau; ein Engel wird umarmt, den man gar nicht sieht, man spürt seine Flügel in der Umarmung; eine Katze markiert wechselnde Erzählperspektiven; man springt, auf der Suche nach Glück, in den tiefen Märchenbrunnen – und landet in einem anderen Leben.

Partei, Klinik, Friedhof – Herr Kühnelt ist gestorben, ein „Sozialismus“, wie ihn die Ich-Person betitelt, die ihn weiter als Erinnerung in sich trägt, diesen Herrn Kühnelt. Oder den Sozialismus. Oder einfach nur einen roten Pullover, den trägt sie ja wirklich.

Constanze Johns Erzählwerk Blaue Zimmer versammelt aussagekräftige Erzählungen und emotional gehaltvolle lyrische Texte. Alles schwebt im leichten Raum zwischen Spiel und Wirklichkeit, wo sich Menschen in ihren Träumen, Sehnsüchten und Wünschen begegnen. Selbst Anna Seghers und Annette von Droste-Hülshoff spielen mit.

 

Constanze John: Blaue Zimmer. Greifswald: freiraum-verlag 2015.

Über den Autor

07 August 2015

Constanze John

Constanze John
Constanze John wurde 1959 in Leipzig geboren, wo sie heute als freiberufliche Schriftstellerin lebt und arbeitet. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Pädagogik an der Universität Leipzig und absolvierte 1983–1986 ein...

Im freiraum-verlag erschienen

09 September 2015

Constanze John: Blaue Zimmer. Texte 1983 – 2014

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Constanze John: Blaue Zimmer. Texte 1983 – 2014
Constanze John schreibt nah am Alltag, sie setzt an bei dem, was eigentlich jeder kennt, zuweilen aber unterschätzt und einfach übersieht. Ihr Erzählen ist höchst sensibel, voller überraschender Wendungen und es deutet nur...